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clark – clark

26. Mai 2016 at 22:14

herbstmusik im sommer

Schon wieder ein neues Album von Chris Clark – Engländer, Warp Aushängeschild und Wahlberliner. Trailer„the last panthers“ heißt sein mittlerweile sechstes Album und hat mich dazu gebracht, mal wieder den selbstbetitelten Vorgänger zu hören.

Rauschender Ambient, pumpender Detroit Techno und Electronica mit leichten Drone-Music Einflüssen sind wohl die Eckpunkte eines Albums, das einen fordert und mich ratlos zurücklässt.

„unfurla“ und „sodium trimmers“ gehören auf die dunklen und schmutzigen Tanzflächen in obskuren Clubs. Bedrohliche Gewittersample untermalt mit treibenden Basslines lassen einen Raum und Zeit vergessen.

Im Gegenzug dazu verschreiben sich Tracks „there is a distance in you“, „silvered iris“ oder „the grit in the pearl“ einem rohen und kompromisslosen Sound, der seine Schönheit im Dysfunktionalen, Unfertigen und Verstörenden findet. Breakbeats und Dubstep Elemente, die immer wieder durch einen geraden 4/4 Beat aufgelöst werden machen einen Großteil des Albums aus. Das klingt selten sonderlich hoffungsvoll, aber immer wieder überraschend, weil Clarl es schafft, seinen Tracks immer wieder eine überraschende Wendung zu geben.

Nicht alles klingt düster und bedrohlich, „strength through fragility“ hat etwas Zartes und entwickelt über nur ca. zwei Minuten Spielzeit einen eigenen positiven Sog. Und „everlane“ ist ein erhabenes Stück Ambientmusik, von der meiner Meinung nach viel zu wenig veröffentlicht wird.

 

Und wann gilt es nun dieses Album zu hören? Schwer zu sagen, leichte Kost ist es nicht. Vielleicht wenn man an einem Sommertag von einem Gewitter überrascht wird und danach der Himmel wieder aufreißt. Oder auf einer langen Zugfahrt, wenn einem leicht verdauliche Musik irgendwann zuwider ist. Ich bin etwas ratlos. Aber das ist mein Problem, nicht das von Clark. Er hat ein gutes Album geschaffen, wann und wie es gehört wird, muss der Hörer beantworten.

Ich höre meinen Favoriten des Albums. Laut.

various – dj koze presents pampa

19. Mai 2016 at 20:40

von der schönheit der dissonanz

Wer eine Menge Tonträger sein eigen nennen darf, der steht ab einem gewissen Zeitpunkt vor der Fragestellung der Sortierung. Nach Label, Künstler, alphabetisch, Lebensphase oder wie in eurem Lieblingsblog der guten Laune – nach Gefühlszuständen.

Ich habe mich für grobe Stilrichtungen entschieden und eine stetig wachsende Abteilung im Plattenregal heißt „Listening Techno“. Dort findet sich illustre Künstler wie bspw. Christian Löffler, Ada, fast alles von Dial Records und natürlich einer unserer Lieblingsmusikanten – DJ Koze . Letzterer bereits mit zwei Veröffentlichungen. Zum Einen sein Konsensalbum von 2013, Amygdala und seit neuestem die erste Werkschau seines Labels Pampa. Wir erinnern und an das Jahr 2009. In diesem Jahr hatte die Kapelle „Die Vögel“ mit der ersten Veröffentlichung namens Blaue Moschee auf erwähntem Label direkt einen Senkrechtstarterhit. Jetzt ist Zeit für eine erste Werkschau und da wird natürlich keine alte Suppe nochmal warmgemacht, sondern ausschließlich neu Produziertes dem geneigten Hörer ans Herz gelegt. Und dies von sehr crediblen Künstlern, die sich mutmaßlich nicht lange haben bitten lassen.

Eines verbindet fast alle Tracks – eine unterschiedlich ausgeprägte Neigung zur Dissonanz. Wirklich gefällig ist hier nichts und für die Tanzfläche nur wenig. Vielmehr bekommt man den Eindruck, dass DJ Koze alle seine musizierenden Freunde gebeten hat, ihm ein Lieblingslied zu produzieren. Ausschließlich für ihn. Und das darf bzw. vielmehr muss ein bisschen rumpeln, der Bass nicht ganz auf den Punkt produziert und vor allem nicht vorhersehbar sein. Vielleicht gefällt es ja noch jemand anderem. Tut es auch. Uns nämlich.

Sei es der melanchonische Opener einer uns bislang unbekannten Dame namens Lianne La Havas geremixt von Mathew Herbert, verlässlich schön Melodisches von Ada oder vor sich hin wabernde Electronica des bärtigen Sympathieträgers Axel Boman. Alles ganz großartig zum Hören auf langen Zugfahrten oder alleine zu Hause.

Einzig der etwas lieblos hingezimmerte HipHop von Funkstörung hätte nicht unbedingt sein müssen. Macht aber nix, Stimming macht es hundertfach wieder wett und nicht erst jetzt fragt man sich, warum der Mann nicht schon länger auf Pampa veröffentlicht. No.17 ist ein herrliches Stück Musik und lässt einen ausnahmsweise ein wenig Richtung Tanzfläche schielen. Dort nehmen Isolee und Acid Pauli den Ball behutsam auf und bringen ein bisschen Bewegung in das Ganze. Aber nur ein bisschen. Schließlich steht das Album im Regal „Listening Techno“. Und da wird zugehört, nicht getanzt.

 

moodyman – dj kicks 52

3. März 2016 at 20:56

stört nicht beim Bügeln

Meines Wissens nach ist die DJ Kicks Serie die einzige, die sich seit Jahrzehnten hält. Völlig zu Recht und mit einem echten Paukenschlag zum Jubiläum. Da hat nämlich der feine Herr Stefan Kozella ein grandioses Meisterwerk hingezaubert.

Ehrlicherweise waren wir nach der Ankündigung, dass „the one and only“ Moodyman die #52 mixt auch sehr aufgeregt. Schließlich ist Kenny Dixon Jr. nicht irgendein medial hochgespülter DJ mit leichtem Produzenteneinschlag, sondern seit über 20 Jahren im Geschäft, hat den Detroit Sound entscheidend mit geprägt (11 Alben und unzählige Veröffentlichungen und Remixe) und ist nie um ein klares Statement in Sachen DJ Culture und Technozirkus verlegen.

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Entsprechend habe ich das Album auch mit großer Vorfreude und entsprechendem Vertrauensvorschuss ungehört gekauft im Plattenladen meines Vertrauens gekauft. An der Kasse gab es die erste Überraschung, knapp 30 Euro für die 3x Vinyl ohne Downloadcode bzw. CD. Das ist erstens ne Ansage und zweitens nicht das Ende der Fahnenstange, weil ich mir für 8,99 das Album noch auf iTunes geladen habe. Schließlich will man ja auch unterwegs Musik hören.

Aber zurück zum Wesentlichen, zur Musik. Das Mixing ist über alle Zweifel erhaben. Knapp 30 Tracks hat Moodyman zusammengestellt und er schlägt die Brücke zwischen Soul, Dub, HipHop, Future RnB und House ziemlich perfekt. Ich werde die Platte auch sicherlich häufig hören, aber es bleibt ein schaler Beigeschmack mit dem Namen „Gefälligkeit“. So klingt das Ding nämlich, gefällig. Genau das richtige für den ergrauten Raver von früher, der wissend mit Kopf nickt, wenn  I Can’t Kick This Feeling When It Hits“ erklingt und über die Zeiten von House und Techno spricht, in denen alles besser war und mehr Soul hatte. Also für so Typen wie uns.

Das kann man machen, man kann aber die Gunst der Stunde nutzen und als jemand wie Moodyman musikalische Ecken und Kanten zeigen. Und den geneigten Hörer ein bisschen fordern.

Hier gibt’s das ganze Ding als Stream, for free und damit erheblich günstiger als auf Vinyl.

 

www.dj-kicks.com/moodymann/

track der woche – toktok (smash tv remix)

3. April 2015 at 09:23

12:34 pm

TokTok produzierten vor einigen Jahren zusammen mit Soffy O. (Day of Mine) mal einen ziemlichen Hit. Die lustige Kombo hatte Indie und Elektronisches zu einer clubtauglichen Melange verarbeitet und das ist dann ziemlich durch die Decke gegangen. Weitgehend unentdeckt blieb leider diese Rakete namens 12:34 – von Smash TV bearbeitet , die es quasi unmöglich macht, sich dazu nicht gut gelaunt und popowackelnd Richtung Tanzfläche zu bewegen. Einfach zuviel Funk und noch mehr Groove! Shake it.